Paules klimapolitischer Offenbarungseid

Eigentlich sollte die erneute Beschlussfassung in der Alsfelder Stadtverordnetenversammlung zum Bebauungsplan des Gewerbegebiets „IGI II“ eine Routinesache werden. Die erneute Befassung im Parlament war formalen Gründen geschuldet.

Inzwischen hatten die Alsfelder Abgeordneten sich aber vor einem Monat für ein integriertes Klimaschutzprojekt für Alsfeld ins Zeug gelegt.

Das Konzept soll den Klimaschutz in Alsfeld weiter vorantreiben. Teil dieses beschlossenen Vorhabens ist die „klimagerechte Siedlungsentwicklung und Bauleitplanung“.

Nun könnte man annehmen, dass dies genau beim Bebauungsplan für das Gewerbegebiet auch umgesetzt wird, aber nichts dergleichen.

„Die eigentliche Nutzung als Gewerbe- und Industriegebiet soll dagegen intensiviert werden: Grund- und Geschossflächenzahlen werden auf heute gängige Werte angehoben, gebietsinterne Grünflächen werden dagegen reduziert und stattdessen ein außerhalb des „IGO II“ verorteter ökologischer Ausgleich angestrebt“. In der Lesart von Bürgermeister Paule diene das der Reduzierung von Versiegelungsflächen im Baugebiet und sei deshalb ökologisch.

Aber damit nicht genug:

In den Beschlussunterlagen seitens des Magistrats für die Stadtverordneten heißt es unter Punkt 1.4: „Nutzung erneuerbarer Energien sowie sparsame und effiziente Nutzung von Energie“. Hier könnten nun also Festlegungen folgen: Was steht dort dann tatsächlich? „Zu diesen Belangen enthält der Bebauungsplan keine gesonderten Regelungen.“

Hinsichtlich möglicher kleinräumiger klimatischen Wirkungen durch die Bebauung heißt es: „..mit einer Einschränkung der Verdunstung und einem geringfügigen Anstieg der Durchschnittstemperatur zu rechnen ist. Wirksame Möglichkeiten zur Minimierung der beschriebenen Effekte bestehen neben einer Begrünung der Flachdächer und Fassaden auch in einer großzügigen, die Beschattung fördernden Bepflanzung der nicht überbaubaren Grundstücksflächen.“ Aber auch diese Hinweise werden stur ignoriert.

Vor diesem Hintergrund muss man annehmen, dass das klimapolitische Engagement des Bürgermeisters ein reines Lippenbekenntnis ist.