Geburtshilfe: Es sind immer Alternativen da

Große Aufregung herrscht, seitdem die Nachricht herumgeht, dass die Belegärzte die Geburtsstation im Alsfelder Krankenhaus nicht weiter führen wollen. Die meisten Kommunalpolitiker äußern großes Bedauern, verweisen auf die schlechten Rahmenbedingungen, für die die Gesundheitspolitik der Bundesregierung sorge und meinen ansonsten alles nur Mögliche getan zu haben.

Es kann aber gar keine Rede davon sein, dass es zur Schließung der Geburtsabteilung keine Alternativen gäbe. Es war deshalb vollkommen richtig, dass die Alsfelder Stadtverordnetenversammlung vom Donnerstag den Bürgermeister und den Magistrat beauftragt hat, Alternativen zur Schließung auszuloten.

Die Geburtshilfe ist nicht der einzige Bereich im Krankenhaus, der defizitär ist. Aber eine gutes gesundheitliches Angebot im Kreis ist grundlegend. Die Kreispolitik kann es sich nicht leisten, neben den etlichen Strukturschwächen in unserer Region nun auch die ärztliche Versorgung zu verschlechtern.

Es liegt alleine in der Hand der Vogelsberger Kommunalpolitik nun gegenzusteuern. Die beste, wiewohl teuerste Lösung wäre die Einrichtung einer gynälologischen Hauptabteilung mit angestellten Ärzt*innen am Krankenhaus.

Der Aufschrei gegen diesen Vorschlag ist groß, weil der Vogelsberg sich das finanziell nicht leisten könne.

Aber wer, wie CDU und SPD seit Jahr und Tag großzügig auf eine jährliche Gewinnausschüttung von mindestens 1,5 Millionen Euro aus dem Sparkassenüberschuss verzichtet, der sollte von einer nicht möglichen Finanzierbarkeit einiger zusätzlicher Ärztestellen am Krankenhaus tunlichst schweigen.